Blick auf das "Shenditake 1", ein ultratiefes Bohrloch (Luftbild einer Drohne)

Rekord in Asien China bohrt fast 11.000 Meter tief in die Erde

Stand: 20.02.2025 14:41 Uhr

Es ist das tiefste Loch, das je in Asien gegraben wurde: Mehr als 580 Tage lang fraß sich eine Bohranlage durch das Erdreich, bis auf eine Tiefe von 10.910 Metern. China hofft dort auf Rohstoffe und wissenschaftliche Erkenntnisse.

China hat die Arbeiten an seinem bisher tiefsten Bohrloch abgeschlossen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, erreichte das Bohrloch "Shenditake 1" eine Tiefe von 10.910 Metern. Es befindet sich im Tarim-Becken in der Taklamakan-Wüste der westchinesischen Region Xinjiang. 

Das unter Federführung des staatlichen Ölkonzerns CNPC gebohrte Loch sei demnach Teil eines wissenschaftlichen Projekts, das nicht nur nach Öl- und Gasvorkommen suche, sondern auch die Erforschung der Erdgeschichte und Geologie des tiefen Erdinneren vorantreiben soll. 

Mitarbeiter arbeiten an "Shenditake 1", einem ultratiefen Bohrloch

300 Tage für 910 Meter

Bei der Bohrung seien mehrere ingenieurtechnische Durchbrüche gelungen, hieß es. So handele es sich nicht nur um das bisher tiefste Bohrloch Asiens. Es sei auch so schnell wie nie zuvor bei einer Landbohrung eine Tiefe von über 10.000 Metern erreicht worden. 

Die Bohrungen begannen am 30. Mai 2023 und dauerten mehr als 580 Tage. Der größte Teil der Zeit - rund 300 Tage - sei demnach für die letzten 910 Meter aufgewendet worden. Das Bohrloch habe Gesteine erreicht, die mehr als 500 Millionen Jahre alt sind.

Für das Projekt entwickelte CNPC die weltweit erste automatisierte Bohranlage für Tiefen von bis zu 12.000 Metern.

Tiefste Loch der Welt auf Halbinsel Kola

Das tiefste Loch der Welt ist auf der russischen Halbinsel Kola zu finden. Die geologische Bohrung erreichte 12.262 Meter Tiefe. Die russischen Forscher führten die Arbeiten in der 1970er-Jahren durch, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Im Jahr 1992 wurden die Bohrungen eingestellt, denn die unerwartet hohen Temperaturen im Erdinnern erschwerten die Arbeiten.