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Investieren am Aktienmarkt Wie man von Dividenden leben kann
Jeden Monat Geld bekommen, ohne dafür zu arbeiten: Mit den richtigen Investments ist das möglich. Doch es gibt Risiken. Und es braucht einiges an Geld und Disziplin.
Wenn es darum geht, wie man Geld am besten für sich arbeiten lässt, fällt immer wieder das Stichwort "Aktien". Laut Experten sind sie vor allem auch wegen der oftmals gezahlten Dividende interessant. "Der Grundgedanke ist, dass die Anleger über die Dividende an den Unternehmensgewinnen beteiligt werden", sagt Nadine Göhmann, von Union-Investment.
Der Vorteil: Von der Dividende kann man sich etwas kaufen. Die Aktien selbst hat man aber immer noch. Der Nachteil: Eine Dividende muss nicht ausgezahlt werden, sondern das entscheidet die Hauptversammlung. Die sagt auch, wie hoch die Dividende sein soll.
Genau hinschauen beim Investieren
Also einfach in Aktien mit hoher Dividendenrendite investieren? "Vorsicht!", sagt Göhmann: "Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs. Und wenn der Kurs stark gefallen ist, ergibt sich rechnerisch eine hohe Dividenden-Rendite."
Das könne aber trügerisch sein. Nämlich dann, wenn der Aktienkurs gefallen sei, weil ein Unternehmen zum Beispiel in finanziellen Schwierigkeiten stecke. Denn dadurch könnten Gewinne und Dividenden in der Zukunft gefährdet sein. Das drohe auch, wenn manche Unternehmen eine zu hohe Dividende zahlten - quasi aus der Substanz, um die Anleger bei der Stange zu halten. Ohne einen Blick in die Bücher gehe es also nicht.
Investieren in Aktien oder Fonds
Außerdem rät Anlageberater Stefan Adam von Moneyman24: "Die klassische Anlagestrategie bei Aktien: Möglichst breit streuen, möglichst in alle Branchen investieren." Dabei seien gerade sogenannte defensive Branchen interessant: "Also Unternehmen, die eine stabile Endkundenbeziehung haben. Etwa aufgrund von laufenden Verträgen, um daraus eben nachhaltige Dividenden zu erzeugen", so der Experte.
Alternativ könnten Fonds interessant sein, meint Stefan Adam: "Da gibt's Dividenden-ETFs, die entweder nur auf Hoch-Dividendenwerte setzen - oder auch ETFs, die auf steigende, also nachhaltige Dividenden setzen."
2.000 Euro Dividende im Monat?
Doch selbst wenn man geschickt investiert: Wer ordentlich was rausholen will aus dem arbeitenden Geld, der muss erst mal richtig Geld mitbringen. Anlageberater Adam rechnet für eine Dividende von 2.000 Euro im Monat vor: "Mal zwölf, komme ich auf 24.000 Euro im Jahr. Wenn ich jetzt von einer Dividendenrendite von beispielsweise drei Prozent ausgehe, dann müsste ich 800.000 Euro investiert haben. Das ist schon eine Stange Geld."
Natürlich gehe auch mit kleineren Beträgen etwas - vor allem, wenn man in jungem Alter starte. Grundsätzlich müssen Anleger beachten: Auf Dividenden muss noch die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent gezahlt werden. Und Inflation kann die Dividenden faktisch schmälern.
Alternativen zum Aktienmarkt
Damit nicht nur ein regelmäßiges Einkommen, sondern auch Vermögen aufgebaut werde, meint Anlageberater Adam, sollte neben Titeln mit nachhaltiger Dividende auch Aktien mit hohem Kurspotenzial ins Portfolio: "Denn am Ende ist der Anlageerfolg zwar zum Teil von der Dividende abhängig, aber natürlich auch von der Kursentwicklung."
Aber der Aktienmarkt ist nicht alles, betonen Experten. Wer sein Geld für sich arbeiten lassen will, könne sein Glück unter anderem auch mit festverzinslichen Geldanlagen oder vermieteten Immobilien versuchen.